Am Mittwoch nach der Arbeit wurde ich von Alex gefragt, ob ich, nachdem ich ja am Monatstag nicht weg konnte, jetzt spontan sein könne. Auf meine Gegenfrage, was spontan heißen würde, kam nur die Antwort, dass wir dann am Wochenende weg gehen würden. Ich antwortete, so lange es nicht meine Arbeitszeit beträfe, wäre ich zu allen Schandtaten bereit. So nahm die Sache ihren Lauf.
Dazu sollte ich vielleicht sagen, dass Alex ein Talent darin hat, einen neugierig zu machen … und so geht es mir nun seit Mittwoch. Heute ist Freitag, der 11.09.2009 und inzwischen ist es so, dass ungefähr einen halben Meter über meinem Kopf an der Wand, eigentlich an einem Bild, ein Briefumschlag klebt, in dem der genaue Ablauf des Wochenendes mit allen Optionen steht.
Ich weiß nur, dass ich Sachen in eine Tasche packen soll – kein Trolly mit Rollen, nein, eine Tasche … wir würden sie viel tragen müssen (ALEX wird tragen :D). Ach ja – und die Sachen sollten so sein, dass man viel laufen könnte. Um nicht irgendwelche wesentlichen Dinge zu vergessen, liegt auf meinem Schreibtisch ein Zettel, was wir so brauchen könnten.
Ich bin sehr gespannt.
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Am Freitag abend um 19:30 Uhr war es dann soweit – ich öffnete den Umschlag. Ein Blick auf die ersten Zeilen und ich dachte, mir bliebe das Herz stehen – stand doch da schön umschrieben, dass wir an diesem Wochenende in Paris im Disneyland sein würden. Alles wäre gebucht, Alex zeigte mir auch direkt die Tickets für den Bus und die Buchungsbestätigung des Hotels. Ich traute meinen Augen nicht. Natürlich war ich sofort aufgedreht wie verrückt, denn ich LIEBE Disneyland Paris und dort zu sein, ist für mich wirklich Erholung pur. Die restliche Zeit bis zur Abfahrt um kurz nach 22h verbrachte ich mit aufgeregtem Umherwuseln, damit, mich zu zwingen, doch noch einen Happen zu essen (schließlich wären wir ja viele Stunden unterwegs) und eben letzte Dinge in die Tasche zu werfen.
Kurz nach 22 Uhr ging es dann los. Wir setzten uns ins Auto, um nach Heidelberg zu fahren, denn das gewählte Transportmittel war ein Autobus. Ich war gespannt. Wir parkten am Arbeitsamt, wo man das Wochenende über kostenlos parken konnte und liefen rüber. Der Bus war superpünktlich, was mir sehr gut gefiel und dann war auch der Bus wirklich in Ordnung. Wir gaben die Tickets ab, verstauten das Gepäck und suchten uns einen Platz. Die Fahrt war nicht nur lang, sondern sehr lang ;-) Wir sind sogar etwas früher losgefahren und waren dann um kurz nach 6h in Paris. Alex war offenbar ein wenig aufgeregt, weil wir uns ja mit der Metro und der RER (französische Nahverkehrszüge) durchschlagen sollten. Es hat alles wunderbar geklappt, meine Französischkenntnisse ließen uns glücklicherweise nicht im Stich und es war einfach wie ein großes Abenteuer.
Kaum im Disneyland angekommen, checkten wir ein, verstauten unser Gepäck in der Gepäckaufbewahrung und marschierten los. Frühstück lautete die Devise. Wir schauten uns um und aßen letzten Endes bei Mc Donalds. Das war noch so ein Event. Nun muss man sagen, wir sind von den Hotels dort sehr üppige Frühstücke gewöhnt und so wollten wir uns eben angemessen stärken (wir wissen ja, dass man im Disney viel läuft, da braucht man schon ein bissel Feuer). Nunja, einmal die Karte rauf und wieder runter geschaut, war schnell klar „Ok, wir nehmen alle Frühstücke einmal und noch Kaffee dazu.“ Ich stellte mich an und schaute der leicht verwirrten Marie ins Gesicht – sie sprach kein Deutsch, dafür Englisch. Ich machte ihr klar „All the breakfasts you offer once and two Café au lait extra.“ Ich glaube im Nachhinein, sie dachte, mein Englisch sei nicht der Bringer … sie bestätigte nämlich zunächst und tippte auch brav alles ein, als sie dann aber mit dem Holen anfangen wollte, fragte sie mit ungläubiger Miene „You want Bacon and Eggs, Pancakes, etc … everything ?“ Ich bestätigte. Sie schüttelte unmerklich den Kopf, lieferte aber alles. Letzten Endes haben wir im Park nochmal ein belegtes Baguette gegessen, denn so richtig satt waren wir danach noch immer nicht.
Auf ging es in den Park – die ersten Fahrattraktionen warteten schließlich und dann galt es ja auch noch, den Flair der Parks einzuatmen. Das taten wir ausführlich – die Main Street ist ja unser Paradies. Dort kann man so herrlich in Shops flanieren – obwohl der Park brechend voll war, es war einfach herrlich.
Irgendwann bemerkten wir auch, dass das Schloss auf Mickey's Magical Partytime umdekoriert war
. Wir fühlten uns wieder mal wie im Märchen.
Wir fuhren alle Attraktionen, die wir wirklich lieben – darunter „A small world“, aber auch schnellere Geschichten. Mittags gab es mal wieder den Klassiker – im Videopolis Burger, Pommes und Cola, dazu sahen wir uns einige ältere Mickey Filme an. Es war herrlich.
Der Tag verging wie im Fluge. Wir schafften es, wirklich so viel wie nur irgend möglich in den Tag zu bringen – was gar nicht so schwer war, denn immerhin haben wir einen recht ähnlichen Geschmack, was Fahrgeschäfte angeht ;-)
Am Abend ist für mich das Annette's Diner der Klassiker. Ohne Voranmeldung, so stellten wir fest, würde man so ungefähr 3 Stunden warten, bis man überhaupt mal im Lokal drin ist. Dann noch die Bestellung abgeben … wir entschieden uns um, bummelten eine Runde durch das Village (Shops über Shops, das reinste Paradies) und holten uns dann leckere Menüs zum Mitnehmen. Es ging immerhin im Wesentlichen darum, den guten Geschmack zu erleben. Zusammen mit einem leckeren Rotwein, den wir im Hotel erstanden (und der uns sogar noch vom Kassierer geöffnet wurde), genossen wir einen wunderbaren Abend – inklusive Auskosten der Möglichkeit einer Badewanne :-)
Wenn man so viel auf den Beinen war, ist man ziemlich müde und wir schliefen in dieser Nacht sehr sehr gut.
Am nächsten Morgen war es dann aber nichts mit Ausschlafen – wir wollten die letzten Stunden im Park natürlich noch genießen. So machten wir uns ruckzuck fertig, genossen das umfangreiche Frühstück im Hotel – auf dem Weg hab ich sogar noch Goofy umgerannt …, packten unsere Sachen und auf ging es in den Park. Zuvor verstauten wir noch das Gepäck und organisierten unseren Transfer zum Bus, denn wir wollten pünktlich um 15:30 dort sein.
Auf also in den Park. Ganz wichtig war uns noch Big Thunder Mountain – das hatten wir am Samstag aufgegeben, denn die Warteschlagen wurden nur immer länger und länger. Wir zogen also recht früh einen Fastpass und machten uns in den verbleibenden 70 Minuten auf in die Studios. Dort schafften wir es sogar, zwei Shows zu sehen (Animagique und Cinémagique) und noch durch die Shops zu flanieren (wie gesagt, mehr ging nicht in die 2 Tage hinein). Dort machten wir noch eine erstaunliche Entdeckung: Das Eingangsportal zu den Studios befand sich offenbar in der Restauration … nicht aber, dass man nun kahle Gerüste und kletternde Bauarbeiter hätte bewundern dürfen … auf den ersten Blick erkannten wir es gar nicht: Die komplette Fassade war mit einer Art halbdurchsichtigem Netz bespannt, das genau so aussah, wie das Originalgebäude. Erst dahinter befand sich das Gerüst, das man aber durch das Netz so gut wie gar nicht sah – erst bei näherem Hinschauen bemerkten wir es überhaupt.
Die Fahrt im Big Thunder Mountain war dann auch wieder der Kracher – wir haben unsere Fotos nicht gekauft – bestaunen kann man sie aber dennoch, denn wir entschieden uns, unser Foto selbst zu fotografieren
Zurück zu einer letzten Runde in den großen Park – wo wir nochmal so richtig schön das Flair genossen … auch ein wenig shoppen waren ;-) und dann neigten sich die vollsten 48 Stunden auch schon dem Ende zu.
Wir holten also schweren Herzens unser Gepäck ab und machten uns auf den Weg. Auch der Rückweg zum Bus klappte wie am Schnürchen – quasi als guten Eindruck für den Weg holten wir uns noch leckere Orangina. Die Rückfahrt klappte absolut problemlos und so kamen wir in Heidelberg pünktlich um 23 Uhr an.
Es war das herrlichste Wochenende seit Ewigkeiten – eine tolle Idee und ich kann es nur jedem weiterempfehlen.
Gebucht wurde das Ganze übrigens über 2000-reisen, immer wieder zu empfehlen, besonders wegen des ausgezeichneten und persönlichen Services. Da merkt man bei jedem Telefonat die Begeisterung